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Agnostizismus

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Welche Bedeutung haben die Begriffe
Agnostizismus und Agnostiker?


Im Internet findet man zwar ausreichend Erklärungen was Agnostizismus/Agnostiker bedeutet, dennoch wird zusätzlich immer wieder einiges in diese Begriffe hineininterpretiert, was unpassend oder unzutreffend ist. Deswegen soll diese Website nicht nur eine reine Begriffserklärung sein, sondern auch auf diverse Mißverständnisse eingehen.

Beim Agnostizismus geht es im Kern darum, sich, oder Menschen generell, nicht in der Position zu sehen, sich für eine der gängigeren Weltanschauungen wie einen religiösen Glauben oder Atheismus festzulegen. Der Grund dafür ist, dass dafür zugrunde liegende Wissen als nicht ausreichend anzusehen. Ein ironisch gemeintes und gern genanntes Zitat
ist: "Ein Agnostiker ist ein Atheist, der Angst davor hat, dass Gott stinksauer sein wird, wenn er unrecht hat". Ein Agnostiker der kein Problem mit Selbstironie hat, könnte darüber vielleicht schmunzeln, wenn dieses Zitat einen Bezug zum Agnostizismus hätte. Aber das ist nicht der Fall, denn beim Agnostizismus geht es nicht nur darum, sich nicht für eine vordefinierte auf (Nicht-)Glauben basierende Weltanschauung entscheiden zu können/wollen. Agnostizismus basiert aber überwiegend darauf, auch eine nicht definierbare Anzahl unbekannter Faktoren in sein Denken einzubeziehen.

Weil das oft mißverstanden wird, hält man Agnostikern auch häufig vor, sie könnten, wenn sie ja alles für gleich warscheinlich halten, auch komplett absurde Aussagen in ihr Denken einbeziehen. Da werden dann beispielsweise gerne das "Unsichtbare rosafarbene Einhorn" oder das "Das Fliegende Spaghettimonster" (FSM) genannt, die ursprünglich als ironische Antwort auf religiösen Glauben gedacht waren. Der Bezug zum Agnostizismus wird dann durch die Behauptung hergestellt, Agnostiker würden alles gleichberechtigt oder als gleich wahrscheinlich, bzw. selbst sowas nicht als unwarscheinlicher wie religiöse oder atheistische Thesen ansehen. Aber auch das ist sehr weit hergeholt. Denn sich aufgrund des uns bekannten und begrenzten Wissens, nicht für Atheismus oder Theismus zu entscheiden, bedeutet natürlich nicht in die Lücken irgendetwas beliebiges hineinzuinterpretieren.

Atheisten werfen Agnostikern gelegentlich vor, sie würden fundierte, wissenschaftliche Belege nicht akzeptieren oder wären nicht zugänglich für logische Argumente. Aber das ist nicht zutreffend. Agnostiker akzeptieren Fakten ebenso wie Atheisten, sie sehen sie aber neben vielen unbeantworteten Fragen und einer nicht kalkulierbaren Menge unbekannter Faktoren, als nicht aureichend an.

Offenbar gehen Atheisten häufig davon aus, jeder mit dem gleichen Wissen wie sie, müsste Atheismus als die für sich richtige Weltanschauung ansehen. Das erkennt man z.B. an wissenschaftlichen Argumentationen, die dazu gedacht sind Atheismus zu erklären/begründen, aber natürlich Agnostikern (und auch Christen) ebenso bekannt sind wie ihnen. Ein Agnostiker sieht es als Widerspruch, die Begrenztheit unserer Möglichkeiten zu akzeptieren, aber gleichzeitig unser jetziges Wissen als Maßstab zur Wahl seiner Weltanschauung zu wählen.

Nicht wenige Agnostiker sagen, sie sehen Atheismus als einen Glauben. Das ist deswegen so, weil sich Atheismus auf die Annahme begründet, dass unbekannte Faktoren nur eine untergeordnete Rolle gegenüber bekannten Fakten spielen. Agnostizismus ist dagegen darauf begründet, sich einzugestehen, das nicht zu wissen.

Agnostizismus bedeutet Antworten suchen, aber auch zu akzeptieren, wenn es (noch) keine gibt.


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